Der Beruf der Richterin/des Richters in der ordentlichen Gerichtsbarkeit

Richterinnen und Richter üben die rechtsprechende Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland aus (Judikative). Sie entscheiden unparteiisch und unabhängig in gerichtlichen Verfahren. Diese Unabhängigkeit ist ein fundamentales Prinzip der Gewaltenteilung und daher im Grundgesetz verankert (Artikel 97 Absatz 1 Grundgesetz). Ihre persönliche Unabhängigkeit wird auch dadurch gewährleistet, dass sie auf Lebenszeit ernannt werden und grundsätzlich nicht versetzbar sind.

Richterinnen und Richter prüfen im konkreten Fall den vorgelegten Sachverhalt und entscheiden aufgrund der Rechtslage. Zunehmend ist ihre Arbeit darauf ausgerichtet, auch zwischen den Beteiligten eine einvernehmliche Lösung zu finden, etwa durch einen Vergleich oder die Mitwirkung in einem Mediationsverfahren.

In der ordentlichen Gerichtsbarkeit werden Richterinnen und Richter bei den Amts-, Land- und Oberlandesgerichten sowie dem Bundesgerichtshof eingesetzt.

Der richterliche Probedienst im OLG-Bezirk Köln

Die jungen Richterinnen und Richter sollen während ihrer dreijährigen Probezeit möglichst breit gefächerte Erfahrungen in den wesentlichen Feldern der richterlichen Tätigkeit  sammeln.

In der Regel beginnen die Richterinnen und Richter ihre Tätigkeit bei dem Landgericht und dort in einer erstinstanzlichen Zivilkammer. Anschließend wechseln die Richterinnen und Richter an ein Amtsgericht, um auch diesen  Geschäftsbereich kennenzulernen. Im Anschluss  können sie wieder bei dem Landgericht eingesetzt werden (z.B. in einer großen Strafkammer) oder aber sie setzen ihre Tätigkeit bei einem Amtsgericht fort.

Im Einzelfall können Richterinnen und Richter, insbesondere wenn sie bereits über berufliche Erfahrungen - vorzugsweise als Rechtsanwältin oder als Rechtsanwalt - verfügen, auch zu Beginn der beruflichen Tätigkeit bei einem Amtsgericht und erst im Anschluss daran bei einem Landgericht eingesetzt werden.

Die Richterinnen und Richter werden durch ein umfassendes Fortbildungsprogramm und die Möglichkeit der kollegialen Intervision bei ihrer Tätigkeit unterstützt.

Es besteht die Möglichkeit, für die Dauer eines Jahres an einem Laufbahnwechsel teilzunehmen und im staatsanwaltschaftlichen Dienst tätig zu werden. Darüber hinaus kann im Einzelfall eine Abordnung an andere Gerichte / Behörden erfolgen, z.B. an das Landesjustizprüfungsamt oder die Verwaltungsabteilung des Oberlandesgerichts.